Zwischen Schule und Lerntherapie: Warum mir die individuelle Begleitung von Kindern so wichtig ist

Viele Jahren habe ich als Lehrerin gearbeitet – sowohl an der Grundschule als auch an der weiterführenden Schule. In dieser Zeit durfte ich zahlreiche Kinder und Jugendliche auf ihrem Lernweg begleiten und sehr unterschiedliche Lernentwicklungen miterleben.

Der schulische Alltag ist oft geprägt von Zeitdruck, großen Lerngruppen und vielen gleichzeitigen Anforderungen. Lehrerinnen und Lehrer versuchen täglich, den Kindern gerecht zu werden – und dennoch bleibt im hektischen Schulalltag häufig zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler oder die einzelne Schülerin.

Besonders deutlich wird das in Lernsituationen, in denen Kinder eigentlich individuelle Unterstützung bräuchten beispielsweise, wenn sie Inhalte nicht verstehen und Nachfragen haben. Dann stehen häufig mehrere Kinder gleichzeitig am Lehrerpult, möchten ihre Aufgaben kontrolliert haben und es bleiben nur wenige Momente für Rückfragen. Individuelle Lernergebnisse werden im Unterricht oft nur kurz gesichtet, obwohl manche Kinder viel mehr Zeit, Ruhe und persönliche Begleitung benötigen würden, um Inhalte wirklich zu verstehen.

Gerade Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben oder Rechnen erleben dabei häufig Frustration. Viele strengen sich an, üben regelmäßig und bleiben dennoch unsicher. Manche beginnen mit der Zeit, an ihren eigenen Fähigkeiten zu zweifeln.

In meiner Arbeit habe ich immer wieder erlebt, wie stark Kinder von individueller Zuwendung profitieren. Wenn sie die volle Aufmerksamkeit bekommen, in ihrem eigenen Tempo arbeiten dürfen und sich gesehen fühlen, verändert sich häufig nicht nur ihr Lernen, sondern auch ihr Selbstvertrauen.

Kinder spüren sehr genau, ob jemand wirklich Zeit für sie hat.

In der Eins-zu-eins-Begleitung entsteht ein anderer Raum: Fragen dürfen gestellt werden, ohne Angst vor Vergleichen. Fehler dürfen gemacht werden. Lernwege dürfen langsamer sein. Und plötzlich erleben Kinder wieder, dass Lernen auch gelingen kann.

Diese Erfahrungen haben in mir den Wunsch wachsen lassen, Kinder noch individueller begleiten zu wollen. Deshalb befinde ich mich aktuell auf dem Weg in die Lerntherapie und bereite den Aufbau meiner eigenen lerntherapeutischen Praxis vor, die im August 2026 eröffnet wird. Vorfreude (-: !

Meine langjährige Erfahrung aus Grundschule und weiterführender Schule, sowie zahlreiche Fortbildungen und das Studium zur Integrativen Lerntherapeutin hilft mir dabei, die schulischen Anforderungen verschiedener Altersstufen gut einordnen zu können. Gleichzeitig ist mir wichtig, nicht nur auf Leistungen zu schauen, sondern auf das einzelne Kind mit seinen Stärken und Unsicherheiten.

Denn nachhaltiges Lernen braucht nicht nur Übung und Struktur, sondern vor allem Beziehung, Verständnis und Vertrauen.